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Montag, 2. Juli 2007

Traurigkeit

Neues Halbjahr, neues Glück, neue Chance? Das erste Halbjahr 2007 war privat eine Kastrofe, beruflich hatte und hat es viele Chancen, die ich langsam auch vermag sinnvoll zu nutzen.

Dumme Flüchtigkeitsfehler, in den Gedanken schneller als mit den Fingern auf der Tastatur - all sowas könnte doch schwere Folgen haben. Dabei habe ich mehr als Berufserfahrung und bin weit und breit doch der dienstälteste Kollege, und das im zarten Alter von 31 Jahren. Trotz Freude an der Arbeit überkommt mich in den letzten Stunden wieder eine tiefe Traurigkeit. So vieles ist noch unerledigt, macht mich unzufrieden. Aber auch ich muß mal irgendwann Schlaf finden und - ganz wichtig - vom Alltag im wahrsten Sinne des Wortes "abschalten". Oft liege ich noch stundenlang im Bett, wälze mich nur sinnlos umher und habe 1001 Idee im Hirn. Ob es um belanglose E-Mails geht, wichtige berufliche Themen oder ein Ereignis der vorangegangenn Stunden - oder einfach nur Angst. Vor der Zukunft, vor noch mehr Einsamkeit - es ist kein schönes Gefühl.

Eben erscheint ein ex-Kollege von mir im MSN, 2:09 Uhr und in China erwacht das Leben. Damals, als ich Kollegen in aller Welt hatte - aber einen ziemlich unerträglichen Chef. Auch eine Zeit meines Lebens, der nun Geschichte ist. Und bei WDR2 läuft Willy DeVille: Each word's a beat of my heart. Ein Song, der mich schon seit so vielen Jahren immer berührt wenn ich ihn höre. Aber selbst in meine Radio-Playliste aufnehmen, nein, das würde ich wohl nicht tun. WDR2 ist übrigens immer montags und mittwochs und alle 14 Tage auch dienstags der Ausrichter der ARD-Popnacht. Diese Sendung hat mich schon durch so viele Nächte und Stimmungen begleitet. Arbeitsame, verliebte, telefonierende oder einfach nur nachdenkliche Nächte. Die Fensterfront verdunkelt sich, morgen soll die Bahn streiken. Zwar nicht in Berlin, aber trotzdem. Mein Arbeitsplatz liegt ziemlich genau drei Meter vor oder hinter meiner Schlafgelegenheit, wie man das auch betrachten möchte.

Naja, es gab Zeiten mit gut 90 Min Anfahrtsweg. Vor allem im Zivildienst. Aber das ist ja schon acht Jahre her. Wie auch immer: Die Sinne schärfen für die Kleinigkeiten des Alltags ist angesagt, wenn ich meinen Bauch frage. Nur wie macht man das wenn man sich wieder so tief unten fühlt? :-(

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